Vielfalt als Chance begreifen
Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge und IHK zu Schwerin starten Initiative für Westmecklenburg
Schwerin, 26.05.2009 - Das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge (NAF) ruft gemeinsam mit der IHK zu Schwerin Unternehmen, Organisationen und öffentliche Arbeitgeber im westlichen
Mecklenburg auf, die
Charta der Vielfalt zu unterzeichnen.
"Mit seiner Unterschrift bekennt sich ein Arbeitgeber zu einer offenen Unternehmenskultur. Das bedeutet gegenseitigen Respekt, Vertrauen und die
Wertschätzung jeder bzw. jedes Einzelnen", erklärt Angela Leymannek, die Koordinatorin des Netzwerkes Arbeit für Flüchtlinge.
Wer die Charta unterstütze,
verpflichte sich, ein Arbeitsumfeld ohne Vorurteile und Ausgrenzung zu schaffen. Dazu gehöre es, Unterschiede z.B. in Geschlecht, ethnischer Herkunft,
Religion und Weltanschauung, Alter und sexueller Orientierung oder eine Behinderung als Bereicherung zu verstehen, so Leymannek.
Vielfalt im Unternehmen stünde für Kreativität, Ideenreichtum und Offenheit, ist Leymannek überzeugt. Ohne sie agiere heute kaum noch jemand erfolgreich
auf dem globalisierten Markt.
Auch mache es der demografische Wandel Unternehmen schon jetzt schwer, geeignete Fachkräfte zu finden. Nur wer bereit sei, unterschiedlichste Talente
anzuerkennen und zu nutzen, könne neue Potenziale erschließen.
Eine erste Informations- und Unterzeichnungsveranstaltung für die Region Westmecklenburg soll im Rahmen der Interkulturellen Woche am 01. Oktober 2009
in den Räumen der IHK zu Schwerin stattfinden. Hier erhalten die Unterstützer der Charta ihre Unterzeichnungsurkunde.
Interessierte Unternehmen können sich ab sofort bei Frau Angela Leymannek (Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge, Telefon 0385 - 5219911, E-Mail: naf@vsp-
ggmbh.de) und bei Herrn Peter Todt (IHK zu Schwerin, Tel.: 0385-51030, E-Mail: todt@schwerin.ihk.de) für die Veranstaltung anmelden.
Weitere Informationen erhalten Interessierte auch unter www.charta-der-vielfalt.de.
Charta der Vielfalt
Die Charta der Vielfalt geht auf die französische "Charte Diversité" zurück. Die Initiative entstand im Jahr 2003 in Reaktion auf eine Studie, die die umfassende
Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund aufzeigte. Mittlerweile haben in Frankreich mehr als 3.000 Firmen die "Charte Diversité"
unterschrieben und fördern aktiv die Vielfalt in ihrem Unternehmen.
Schirmfrau der deutschen Initiative ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zu den Erstunterzeichnern der Charta der Vielfalt in Deutschland gehörten 2006
Daimler, die Deutsche Bank, die Deutsche BP und die Telekom.
Die erste Informations- und Unterzeichnungsveranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern fand
am 2. April diesen Jahres in Rostock statt.
Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge
Das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge unterstützt Bleibeberechtigte und langzeitgeduldete Flüchtlinge in der Region Westmecklenburg auf dem Weg in Arbeit
und Ausbildung. Aufgabe des Netzwerkes ist es, Flüchtlinge durch Beratung, Qualifizierung und Vermittlung nachhaltig in den ersten Arbeitsmarkt zu
integrieren. Zu diesem Zweck sollen auch Unternehmen in der Region für den kulturellen Hintergrund und die Potenziale ausländischer Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sensibilisiert werden.
Insgesamt sieben Partner bringen ihr Know-how aus der Flüchtlingsarbeit, Beratung, Aus- und Weiterbildung, Personalvermittlung und Wirtschaftsförderung in
die Arbeit des Netzwerkes ein. Netzwerkpartner sind die Verbund für Soziale Projekte gGmbH (VSP), der Flüchtlingsrat MV e.V., die Agentur der Wirtschaft
GmbH, der DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern e.V., die Bildungsträger RegioVision GmbH und SBW Aus- und Fortbildungsgesellschaft mbH sowie der
Arbeitsvermittler Balticpersonal GmbH.
Das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms "Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit
Zugang zum Arbeitsmarkt" gefördert.